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Kommen und Gehen (23.10.17 - 4.11.17)

Bewegendes zum Kommen und Gehen

Veranstaltungsreihe über Flucht und Heimat in Frastanz.

Mit einem Abend ergreifender Berichte und Bücher über Flucht und Heimat startete in Frastanz kürzlich die Veranstaltungsreihe „Vom Kommen und Gehen“ im Haus der Begegnung. Gemeindearchivar Thomas Welte warf dabei einen geschichtlichen Blick auf die Ein- und Auswanderung der letzten 200 Jahre in der Marktgemeinde Frastanz. Dabei wurde deutlich, dass es wiederholt große Ein- und Auswanderungswellen gab – dazu zählten Arbeitsmigranten während der Industrialisierung, Auswanderer nach Nordamerika, Flüchtlingsbewegungen aufgrund weltweiter Krisen, die Boat People aus Vietnam, der Bosnienkrieg in den 90er-Jahren und aktuell der Syrienkrieg.

Flucht und Vertreibung

Pater Gottfried Wegleitner erklärte, angesichts heutiger Fluchtbewegungen sei ein differenziertes Bild von Flucht und Vertreibung erforderlich. Papst Franziskus rufe dazu auf, Flüchtlinge aufzunehmen, aber auch den Ursachen von Migration in den Herkunftsländern entgegenzutreten und diese auszumerzen. Sein ausdrückliches Dankeschön ging dabei an die Teams des Dominos sowie der Bibliothek Frastanz, die im Rahmen des Integrationsforums die einwöchige Veranstaltungsreihe „Vom Kommen und Gehen“ in Frastanz organisiert hatten; ebenso an die Organisatoren des Deutschcafés, Elisabeth Keckeis, Renate Jäger-Ludescher und Friederike Reisch. Im Rahmen dieser Cafés treffen sich regelmäßig Bürger der Marktgemeinde Frastanz mit Flüchtlingen, um im Haus der Begegnung spielerisch Deutsch zu lernen.

Bewegende Lesungen

Auch Alaa Nazer nimmt immer wieder daran teil. An diesem Abend las sie mit Christl Stadler Passagen aus ihrem Buch „Von Bagdad nach Frastanz“, das ihre Flucht eindrucksvoll beschreibt. Auch trug die Frastanzer Autorin Jytte Dünser (86) ergreifende Texte vor, die unter dem Motto „Das Fremde in mir“ das Wechselspiel von Sehnsuchtsort und Heimat, Dänemark und Frastanz, im Schatten der Berge beschrieb. Weiters näherte sich die Autorin Maria Etlinger aus Mittelberg literarisch dem Thema „Heimat“. So sei Heimat manchmal auch zwiespältig und nicht immer klar an einem Ort zu verorten.

Im größeren Kontext wurden an diesem Abend Bücher zum Thema „Flucht“ in einem „Literaturkarussell“ besprochen, das über mehrere Tische verteilt Werke von Autoren aus Österreich, dem Irak und Iran, Argentinien, Deutschland, Frankreich, Ungarn sowie weiteren Ländern beinhaltete.

von Henning Heilmann